Eine neue Definition für nachhaltige Entwicklung

MELBOURNE – Albert Einstein hat einmal gesagt, wenn er nur eine Stunde hätte, um die Lösung für ein Problem zu finden, das sein Leben bedrohe, würde er die ersten 55 Minuten damit verbringen, das Problem zu definieren. Wenn er erst einmal wisse, welche Fragen er stellen müsse, könne er das Problem in weniger als fünf Minuten lösen.

Heute steht die Menschheit vor einem solchen lebensbedrohlichen Problem. Nämlich der Frage, wie wir die Weltbevölkerung, die 2050 auf neun Milliarden angewachsen sein wird, mit ausreichend Nahrungsmitteln und einem angemessenen Lebensstandard versorgen, ohne die lebensnotwendigen Ressourcen unseres Planeten nachhaltig zu gefährden. Um die Lösung zu finden, müssen wir das Problem klären.

Die Menschen haben die Ökosysteme der Erde grundlegend verändert. Der menschliche Eingriff in die Kohlenstoff-, Stickstoff-, Wasser- und Phosphorkreisläufe hat Atmosphäre, Ozeane, Flüsse, Wälder und Gletscher verändert und die Biodiversität reduziert. Die Auswirkungen der menschlichen Aktivität auf die Ökosysteme des Planeten waren in den letzten Jahrhunderten derart tief greifend, dass viele Wissenschaftler glauben, die Erde befinde sich in einer neuen geologischen Epoche, dem so genannten Anthropozän.

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