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Den hausgemachten Terrorimsus überdenken

BERLIN – Beinahe überall in Europa steht der hausgemachte Terrorismus an oberer Stelle der Sicherheitsagenda. Aufgrund seiner Verbindungen zu internationalen radikal-islamischen Gruppen müssen die Regierungen ihre Antworten auf diese Herausforderung überprüfen und neu überdenken.

Internationale Sicherheitszusammenarbeit, Grenzkontrollen und Sektorüberwachung im Transportwesen sind wichtig, aber diese Maßnahmen gehen nicht weit genug. Die Regierungen müssen auch  radikale Tendenzen innerhalb der muslimischen Gemeinden in Europa erkennen, um geeignete Gegenstrategien zu entwickeln. Das unmittelbare Ziel sollte es sein, den Terrorismus schon im Keim zu ersticken. Die Eröffnung eines Dialogs mit der muslimischen Gemeinschaft sollte eine weiter gefasste Zielvorgabe bilden.

Diese Strategie betont interkulturelle Kommunikation als beste Möglichkeit, Vorurteile und negative Klischees auf beiden Seiten abzubauen. Aus der Perspektive der Sicherheitspolitik zielt interkulturelle Kommunikation darauf ab, potenziell für extremistische Propaganda anfällige Teile der muslimischen Gemeinde zu immunisieren. Das klare Ziel ist, Radikalisierung und die Rekrutierung für den Dschihad zu verhindern.

Damit eine derartige Immunisierung erfolgreich sein kann, ist es zunächst wichtig zu wissen,  wodurch jemand zu einem Dschihadi wird. Darauf scheint es nicht nur eine Antwort zu geben. Ein verbreitetes Muster ist allerdings augenfällig: Aufgrund ihres sinn- und identitätsstiftenden Anliegens scheint die Botschaft der Dschihadis besonders jene Menschen anzusprechen, die nicht genau wissen, wer sie sind und wohin sie gehen.