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Umdenken im Antiterrorkampf

Grimmig dreinblickende Grenzer und strenge Sicherheitsmaßnahmen an internationalen Flughäfen sind eine machtvolle Bestätigung dafür, dass die entwickelte Welt Milliarden von Dollar für den Schutz vor Terroristen ausgibt. Aber lohnt sich dies?

Auch wenn ihn die Bevölkerung in den reichen Ländern als eine der größten Bedrohungen überhaupt betrachtet, fordert der grenzübergreifende Terrorismus im Durchschnitt gerade mal 420 Menschenleben pro Jahr. Haben es die Terroristen also geschafft, die entwickelte Welt zu schlechten Investitionen in die Terrorismusbekämpfung zu bewegen und dabei dringendere Probleme im Bereich der Gesundheit, der Umwelt, bei Konflikten und Staatsführung zu vernachlässigen?

Der Copenhagen Consensus, dessen Ziel es ist, Kosten und Nutzen unterschiedlicher Lösungen für die weltweit wichtigsten Probleme gegeneinander abzuwägen, hat vor kurzem neue Untersuchungen zu den Vorzügen der unterschiedlichen Methoden der Terrorismusbekämpfung in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sind überraschend und beunruhigend.

Die weltweiten Jahresausgaben für Heimatschutzmaßnahmen sind seit 2001 um ca. 70 Milliarden Dollar gestiegen. Es überrascht daher nicht, dass dies zunächst zu einem Rückgang grenzübergreifender Terrorangriffe um 34% führte. Was überrascht, ist, dass es jedes Jahr durchschnittlich 67 zusätzliche Todesfälle gab.