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Raúl Castro sucht internationale Partner

BRASILIA – Raúl Castro hat einen allmählichen Prozess zur Veränderung der kubanischen Wirtschaft und internationalen Beziehungen in Gang gebracht. Innerhalb Kubas hofft er, seine Regierung durch die Verbesserung der Lebensstandards zu legitimieren. Außerhalb Kubas möchte er sich nicht zum Sklaven von Kubas einzigem internationalem Unterstützer machen, dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez.

Castro ist für größere Anreize für landwirtschaftliche Arbeiter. Er hat den bislang zentralisierten Verkauf von landwirtschaftlichen Maschinen und Werkzeugen direkt an die Bauern genehmigt. Ebenso darf brach liegendes Land an private Kooperativen und andere Organisationen abgegeben werden, die es anfordern. Er hat zudem die Schulden einiger kleiner Erzeuger gestrichen und die Preise angehoben, die der Staat für Milch und Fleisch bezahlt. Im Rahmen einer weiteren Maßnahme, die das Leben der einfachen Kubaner verbessern soll, hat er die Beschränkungen beim Kauf von Computern, Mikrowellenherden und anderen Geräten aufgehoben.

Kubanische Beamte betonen, der Zweck dieser Änderungen sei die Verbesserung der Effizienz, „nicht die Veränderung des sozialistischen Modells.“ Doch wie China und Vietnam wird die Regierung sich dem Markt stärker öffnen müssen, wenn sie die Lebensbedingungen wirklich verbessern will. Nur mit ausländischen Investitionen und wirtschaftlicher Liberalisierung – ein Prozess, der in gewissem Maße bereits begonnen hat – kann Kuba darauf hoffen, seinen 11,2 Millionen Einwohnern mehr Verbrauchsgüter und Komfort zu bieten, die Sozialfürsorge zu verbessern und die Infrastruktur des Landes wiederherzustellen.

Dies ist nicht nur unentbehrlich, um einen „besseren Sozialismus“ zu schaffen, wie Castro versprochen hat, sondern besonders, um das weitere Fortbestehen des Regimes zu legitimieren, das durch die Revolution seines Bruders Fidel gegründet wurde.