Die neue Sicht auf die Migration

LONDON – Schlagzeilen zum Thema Migration können unerträglich grausam sein: Neo-Faschisten greifen Ausländer in Griechenland an, Dutzende Hausangestellte im Golf zum Tode verurteilt, eine haarsträubende und herzlose Kampagne der britischen Regierung, um Migranten zu vertreiben. Doch obwohl die aggressive Stimmung gegen Migranten in großen Teilen der Welt anhält und sich sogar verstärkt, sind vielversprechende Anzeichen für einen aufgeklärteren Umgang mit der Migration zu erkennen.

Die USA befinden sich gerade mitten in einer intensiven Debatte über einen umfassenden Umbau des Einwanderungssystems. Nach einem Vierteljahrhundert des praktischen Stillstands stehen die amerikanischen Gesetzgeber kurz vor der Einigung über Reformen, die es 11 Millionen Migranten ohne Ausweispapiere erlauben würden, die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Die vorgeschlagenen Änderungen würden die USA auch zu einem Magneten für Talent und Kreativität aus der ganzen Welt machen.

Die finanziellen und wirtschaftlichen Argumente für einen liberaleren Ansatz zum Thema Migration haben die amerikanische Debatte geprägt. Laut dem überparteilichen Congressional Budget Office führt das im Juni vom US-Senat verabschiedete Reformgesetz in den nächsten zwei Jahrzehnten zu Steuereinnahmen von fast einer Billion. Befürworter merken auch an, dass Immigranten 28 Prozent aller Startups in Amerika gründeten, obwohl sie nur 13 Prozent der Bevölkerung darstellen.

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