galushchenko1_Ken JackGetty Images_EUoiltanker Ken Jack/Getty Images

Wie sich Russland sofort stoppen lässt

KIEW: Europa, die USA und die übrigen Verbündeten der Ukraine haben zwei der drei erforderlichen Maßnahmen umgesetzt, um die russische Wirtschaft in die Knie zu zwingen und Präsident Wladimir Putins Angriffskrieg zu behindern. Es wurden starke Finanzsanktionen umgesetzt, und Europa hat eine Käufergemeinschaft gebildet, um im späteren Jahresverlauf einen Großteil des aus Russland importierten Öls mit einem Embargo zu belegen. Nun jedoch brauchen wir das dritte entscheidende Puzzlestück: Wir müssen Putins Erlöse aus per Schiffen transportiertem Rohöl reduzieren, und zwar sofort.

Die nach der Invasion umgesetzten Finanzsanktionen waren wirksam. Das Einfrieren der Devisenreserven der russischen Notenbanken beseitigte einen großen Teil des russischen Puffers gegen Erschütterungen. Die Stabilität des Rubels beruht seitdem lediglich auf strengen Kapitalkontrollen und dem fortgesetzten Zustrom harter Währung aus dem Verkauf von Öl und Gas. Dies ist ein prekäres Arrangement, das leicht durch weitere negative Schocks zerstört werden kann.

Durch Bildung einer Käufergemeinschaft hat die Europäische Union bereits den Mechanismus geschaffen, um einen derartigen Schock auszulösen. Nach langer Debatte entschlossen sich die EU-Mitgliedstaaten, in gut fünf Monaten ihre Käufe von per Schiff transportiertem russischen Öl einzustellen. Angesichts der Tatsache, dass Russland noch immer rund 1,25 Millionen Barrel täglich per Schiff in die EU exportiert, hätte die Drosselung dieser Transporte erhebliche Auswirkungen auf Putins Einnahmeströme, die Stärke des Rubels und das ohnehin schon fragile russische Finanzsystem.

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