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Präventive Diplomatie anstatt Präventivschläge

Endlich hat sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig auf eine Resolution geeinigt, um die Krise im Libanon zu beenden. Jetzt muss ein vollständiger und sofortiger Waffenstillstand oberste Priorität haben, um das Leiden unbewaffneter Zivilisten zu beenden und den Weg für den Frieden frei zu machen. Die internationale Gemeinschaft muss bei ihren Maßnahmen von der gemeinsamen Überzeugung geleitet sein, dass Gewalt niemals eine lebensfähige Lösung darstellt.

Wir, die Autoren dieses Artikels, sowie die Organisation, die wir vertreten, die Sozialistische Internationale, haben uns stets für Israels Existenz- und Selbstverteidigungsrecht ausgesprochen. Wir wünschen uns, dass die israelischen Bürger in Frieden und Sicherheit neben all ihren Nachbarn leben. Wir haben Angriffe auf unschuldige Israelis immer konsequent verurteilt.

Israel behauptet, seine Einsätze im Gaza-Streifen und im Libanon dienten dem Schutz seiner eigenen Sicherheit. Jedoch werden wahllose Gewaltanwendung und Okkupation Israel niemals dauerhafte Sicherheit verschaffen. Die Reaktion auf die ursprüngliche Aggression der Hisbollah sowie Israels militärischer Gegenschlag im Gaza-Streifen sind unverhältnismäßig. Es wird Generationen dauern, um die Verwüstung im Libanon zu beheben, nicht nur materiell, sondern auch psychologisch. Auch die Hisbollah, die behauptet, für die libanesische Unabhängigkeit und Souveränität zu kämpfen, ist für unannehmbare Aggressionen verantwortlich, bei denen sie das Leben unschuldiger Israelis und Libanesen aufs Spiel gesetzt hat.

Wir sind davon überzeugt, dass die Art, wie diese Politik umgesetzt wird, das Misstrauen nur noch verstärkt, die Spaltung vertieft und Hass zwischen Nachbarn verankert, die lernen müssen, miteinander zu leben. Eine militärische Lösung ist nicht lebensfähig. Krieg stärkt den Einfluss derjenigen, die Terror als die einzig wirksame Waffe ansehen, und schafft somit einen Nährboden für noch mehr Gewalt, Unsicherheit und Extremismus im gesamten Nahen Osten. Die Gemäßigten werden an den Rand gedrängt, was langfristig den Effekt haben wird, dass die Demokratisierungsbemühungen in der Region untergraben werden.