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Toleranz oder Krieg

WASHINGTON, DC – Weltweit wurde immer wieder in der Geschichte durch die Misshandlung von Minderheiten – ob ethnischer, religiöser, linguistischer, kultureller, regionaler, ideologischer, sexueller oder anderer Art – Gewalt angefacht und Gesellschaften zerstört. Zu den offensichtlichsten Beispielen des letzten Jahrhunderts gehören der Holocaust in Nazideutschland, die Morde der Roten Khmer in Kambodscha und der Völkermord in Ruanda.

Die Misshandlung von Minderheiten und die Reaktionen darauf stehen oft in Beziehungen zu Bruchlinien in konfliktbehafteten Gesellschaften. Minderheiten sind oft wirtschaftlicher Ungleichheit und politischer Ausgrenzung ausgesetzt. Dieser negative Trend zeigt keine Anzeichen eines Rückgangs. Zwar können internationale Vereinbarungen, nationale Gesetze, mehr und stärkere Institutionen, bessere Ausbildung und Bemühungen organisierter religiöser Gruppen zur stärkeren Respektierung von Minderheiten dazu beitragen, das Problem zu lindern, aber insgesamt haben die gemeinsamen Anstrengungen wenig Früchte getragen.

Das Problem wird bestehen bleiben, bis die Menschen aufhören, Intoleranz zu tolerieren. Und die jüngste Geschichte – von den wahllosen Tötungen der Lord’s Resistance Army in Ost- und Zentralafrika bis hin zu den Angriffen auf Christen durch die pakistanischen Taliban – zeigt, dass die Wurzeln des Fanatismus immer noch tief reichen.

Darüber hinaus wurde es durch Globalisierung und Technologien zeitgleicher Kommunikation unmöglich, Konflikte innerhalb der Nationalgrenzen zu halten. Nationale wirtschaftliche und politische Nöte können nun Unzufriedenheit in ganzen Regionen oder Kontinenten auslösen.