A man accused of the attack on a journalist in Russia Mikhail Pochuyev/Getty Images

Die Not der Journalisten

AMSTERDAM – Im Schnitt alle fünf Tage wird irgendwo auf der Welt ein Journalist ermordet, nur weil er Journalist ist. In 90% der Fälle wird niemand deswegen angeklagt, was eine Atmosphäre der Straflosigkeit schafft, die über Morddrohungen oder Gewalt hinausreicht. Die Verhaftungszahlen von Journalisten sind hoch wie nie, und Mitglieder der Presse werden bei der Arbeit regelmäßig belästigt und eingeschüchtert. Der Beruf des Journalisten ist heute einer der gefährlichen weltweit.

Ein Weg, um etwas gegen diesen Zustand zu tun, ist, darüber zu reden. Drei aktuelle Beispiele illustrieren die Risiken, die Journalisten bei ihren Reportagen eingehen, und unterstreichen, warum der einzige Weg, einen Wandel herbeizuführen, darin besteht, über die Not der Journalisten zu berichten.

Man betrachte etwa Maria Ressa, CEO von Rappler.com, einem Online-Nachrichtennetzwerk mit Sitz auf den Philippinen. Seit der Gründung von Rappler im Jahre 2012 hat sich Ressas Website zu einer unschätzbaren Informationsquelle über die mit Präsident Rodrigo Dutertes „Drogenkrieg“ verknüpften ungesetzlichen Tötungen entwickelt. Aufgrund ihrer rührigen Berichterstattung hat Ressa allein im letzten Monat mehr als 80 Morddrohungen erhalten. Viele dieser Warnungen kamen von anonymen Bloggern, deren IP-Adressen sich zu Gefolgsleuten des Präsidenten zurückverfolgen ließen.

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