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dousteblazy4_MOHAMMED HUWAISAFPGetty_child malnutrition Mohammed Huwais/AFP/Getty Images

Wie sich durch Mangelernährung verursachte Wachstumsverzögerungen durch Bündelung von Ressourcen überwinden lassen

PARIS/LOMÉ – In vielen Entwicklungsländern kommen Frauen auf regelmäßiger Basis zusammen, um ihre Einnahmen in einen gemeinsamen Topf einzuzahlen. Zusammen lässt sich mit diesen Kleinstbeträgen Schulgeld bezahlen, ein gemeinsames Geschäftsunternehmen anstoßen oder das beste verfügbare Saatgut für die nächste Pflanzsaison kaufen. Die Bündelung von Ressourcen kann Auswirkungen auf die gesamte Gemeinschaft haben.

Natürlich sind diese einzelnen Beiträge klein im Vergleich zu den umfassenderen Herausforderungen, die Ernährung zu verbessern und Arbeitsplätze zu schaffen, vom Erreichen der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen einmal ganz abgesehen. Die SDGs zu erfüllen wird Billionen von Dollars kosten, und die bisherigen Finanzzusagen bleiben weit hinter den Erfordernissen zurück. Gemeinschaftliche Solidarität muss daher zu einem integralen Bestandteil einer globalen Bürgerbewegung werden, um zum menschlichen Fortschritt beizutragen.

Glücklicherweise ermöglicht das rasche Wachstum digitaler Plattformen und Zahlungssysteme die Replizierung gemeinschaftlicher Bündelungsmechanismen zur Unterstützung besonders bedürftiger Gruppen im globalen Maßstab. Eine gemeinschaftliche Bündelung von Ressourcen ist zwar nichts Neues; große Zahlungsplattformen wie WeChat, GoFundMe und M-Changa jedoch haben diese Solidarität digitalisiert und machen es Gemeinschaften weltweit leichter denn je, bei der Bewältigung von Problemen und der Reaktion auf Krisen zusammenzuarbeiten.

Dieses Gemeinschaftsgefühl war in diesem Jahr im Gefolge großer Katastrophen wie dem Zyklon Idai im südlichen Afrika und dem Brand in der Kathedrale von Notre Dame in Paris erkennbar, genau wie es nach dem Erdbeben und anschließenden Tsunami im Indischen Ozean 2004. Doch hat der technische Fortschritt in den dazwischen liegenden anderthalb Jahrzehnten dazu geführt, dass die Reaktionen deutlich anders ausfielen. Nach dem Tsunami konnten Einzelne nicht unmittelbar reagieren, um den betroffenen Gemeinschaften in Südostasien und Afrika zu helfen. Heute kann das mobile Bankwesen Mitleid in Dollars verwandeln.

Was aber ist mit den weniger offensichtlichen Tragödien, wie etwa durch Mangelernährung bedingten Wachstumsverzögerungen bei Kindern, auch als „Stunting“ bezeichnet? Es ist schwieriger, Menschen in Bezug auf Probleme zur Hilfe zu motivieren, die keine weltweiten Schlagzeilen produzieren. Doch sind Stunting bzw. chronische Mangelernährung ein enormes Problem, dessen Bekämpfung geradezu nach gemeinschaftlicher Zusammenarbeit schreit.

Stunting ist das Ergebnis eines begrenzten oder fehlenden Zugangs zu ausreichender Ernährung während der Schwangerschaft und der ersten beiden Lebensjahre eines Kindes. Weltweit sind rund 22% aller Kinder im Alter von unter fünf Jahren davon betroffen; die meisten von ihnen leben in Afrika und Asien.

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Durch Verzögerung der körperlichen und kognitiven Entwicklung von Kindern begrenzt Stunting deren Lebenschancen und erschwert es ihnen, als Erwachsene zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen in ihren Ländern beizutragen. Der resultierende Fachkräftemangel birgt erhebliche Risiken für das künftige Wirtschaftswachstum in Afrika, Südostasien und Indien – und damit weltweit. Auch wenn die anfänglichen Kosten von Stunting von der Familie des Kindes getragen werden, betreffen die wirtschaftlichen Auswirkungen uns alle.

Während Naturkatastrophen tendenziell einmalige Ergebnisse sind, die eine massive, unmittelbare Reaktion erfordern, verlangt die Versorgung von Müttern und Kindern mit benötigten Nährstoffen und Vitaminen nachhaltige, konsequente Bemühungen über lange Zeiträume hinweg.

Dies sind die Überlegungen, die UNITLIFE zugrundeliegen: einer neuen UN-Initiative, die darauf zielt, Stunting mit Unterstützung von Menschen weltweit zu bekämpfen. Durch Mobilisierung vieler einzelner, freiwilliger Kleinstspenden wird UNITLIFE dazu beitragen, Ernährungsprogramme in Entwicklungsländern insbesondere in Schwarzafrika zu finanzieren. Die vom UN Capital Development Fund ausgerichtete Initiative beruht auf dem Modell der erfolgreichen, innovativen Finanzierungsorganisation UNITAID, deren drei Milliarden Dollar schwerer Fonds zur Bekämpfung von Krankheiten durch eine in zehn Ländern erhobene Solidaritätsabgabe auf Flugtickets finanziert wird.

Im Laufe der letzten 15 Jahre haben Telekommunikationsanbieter, Banken und Fintech-Unternehmen Systeme zur mobilen und elektronischen Zahlung entwickelt, mit denen sich Geld mit der Geschwindigkeit eines Tweets überweisen lässt. Aus der Bequemlichkeit der eigenen vier Wände heraus kann ein Einwohner von Los Angeles oder Nairobi Spenden zur Unterstützung eines Anti-Stunting-Programms in eSwatini (Swasiland) leisten. Genauso können Menschen beim Einkaufen an der Kasse kleinere Beträge spenden und so die einfache Handlung des Durchziehens oder Scannens ihrer Zahlkarte in ein globales Phänomen mit Auswirkungen auf die Entwicklung verwandeln.

Tatsächlich kann jeder durch Einscannen eines QR-Codes und Hinzufügen eines geringen Betrags zu seinem Einkauf (online oder im Laden) an UNITLIFE spenden. Und da weltweit 20 Milliarden Kredit-, Debit- und Prepaid-Karten im Umlauf sind, sind die Möglichkeiten zur Unterstützung des Kampfes gegen Stunting nahezu grenzenlos.

Die wichtigste Ressource der Welt ist der Mensch. Stunting jedoch begrenzt die menschlichen Fähigkeiten und verringert die aktuellen Investitionen in die Zukunft. Glücklicherweise ist dank des rapiden Wachstums im Bereich der digitalen Technologien nun eine Welt vorstellbar, in der Millionen freiwilliger Kleinspenden zur Beendigung dieser Geißel beitragen und das Leben von Frauen und Kindern in unermesslicher Weise verbessern.

Durch lokale Bündelung ihrer Ressourcen steigern Frauen überall in Afrika und Asien den Lebensstandard ihrer Gemeinwesen. Mit einem globalen gemeinschaftlichen Topf können wir die Lebensgrundlagen stärken, zum menschlichen Fortschritt betragen und unsere gemeinsame Zukunft sicherstellen.

Aus dem Englischen von Jan Doolan

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    The Coming Nuclear Crises

    Richard N. Haass

    We are entering a new and dangerous period in which nuclear competition or even use of nuclear weapons could again become the greatest threat to global stability. Less certain is whether today’s leaders are up to meeting this emerging challenge.

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