Barack Obam Mohammad Khursheed/ZumaPress

Der glattzüngige Westen

MADRID – Unter den zahlreichen Herausforderungen, vor denen der Westen steht, wird eine konsequent übersehen: seine Neigung zu sinnlosem Geschwafel. Von US-Präsident Barack Obamas widersprüchlichem Mantra „der Führung von hinten“ während seiner ersten Amtszeit bis zur jüngsten deutschen Variante der „Führung aus der Mitte“ haben sich leere Phrasen zur außenpolitischen Währung der westlichen Regierungen entwickelt.

Natürlich verstärken die den internationalen Angelegenheiten innewohnende Komplexität und Unvorhersehbarkeit die Neigung der Politiker zur Zweideutigkeit. Und im heutigen geopolitischen Umfeld – das komplizierter und unvorhersehbarer ist denn je –, haben sie sogar noch weniger Anreiz, jene Art von Kühnheit und Klarheit anzubieten, die für eine effektive Politik erforderlich ist. Leider hat sich dadurch eine bereits vorher schlechte Situation weiter verschlimmert.

Strategische Aussagen spielen eine wichtige Rolle dabei, den Gegnern, Verbündeten, Bürgern und staatlichen Behörden eines Landes dessen Ausrichtung und Absichten zu signalisieren. Erfordern derartige Aussagen endlose Interpretation und Erläuterung, schwächt das ihre Wirkung dramatisch.

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