Gali Tibbon/Stringer

Polens Verbrechen gegen die Geschichte

JERUSALEM – Ein paar Monate vor Beginn des Zweiten Weltkriegs kamen meine Eltern und ich in Tel Aviv an. Der Rest der Familie und Verwandte – drei meiner Großeltern, die sieben Geschwister meiner Mutter und fünf meiner Cousins – blieben in Polen. Sie alle wurden im Holocaust ermordet.

Ich habe Polen viele Male besucht, immer begleitet von allgegenwärtiger jüdischer Abwesenheit. Von mir verfasste Bücher und Artikel wurden ins Polnische übersetzt. Ich unterrichtete an der Universität von Warschau und an der Jagiellonen-Universität in Krakau. Kürzlich wurde ich zu einem externen Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften und Künste gewählt. Trotz meiner spärlichen Kenntnisse der polnischen Sprache sind mir Geschichte und Kultur des Landes nicht fremd.

Aus diesen Gründen verstehe ich, warum die polnische Regierung jüngst Gesetze für historische Angelegenheiten verabschiedete. Aber ich bin auch wütend.

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