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Dutertes Terrorherrschaft

NEW YORK – Nachdem der philippinische Präsident Rodrigo Duterte Ende Juni sein Amt angetreten und einen „Krieg gegen die Drogen“ ausgerufen hat, wurden laut Polizeiberichten bis 24. August mehr als 1900 Menschen getötet – 756 durch Polizisten und weitere 1160 durch „Bürgermilizen“. Duterte feiert diese Tötungen und hat geschworen, sein Antidrogenprogramm für die Dauer seiner gesamten Amtszeit fortzusetzen.

Die philippinischen Strafverfolgungsbehörden haben im Drogenkrieg das Regelwerk aus dem Fenster geworfen und ignorieren grundlegende Anforderungen wie das Sammeln von Beweismitteln, die Einhaltung rechtstaatlicher Verfahren oder selbst die Durchführung von Gerichtsverfahren. Der philippinische Polizeichef Ronald dela Rosa hat sogar den Opfern die Schuld für ihren Tod gegeben; er behauptete: „Wenn sie sich nicht auf einen Kampf mit der Polizei eingelassen hätten, wären sie noch am Leben.“

Diese Erklärung für die hohe Zahl der Toten ist unglaubwürdig. In Szenarien, wo Personen, die sich der Verhaftung widersetzen, getötet werden, müsste die Zahl der Verletzten (wie in militärischen Konflikten) die Zahl der Getöteten deutlich übersteigen. Wenn fast alle, die von Polizisten angeschossen werden, sterben, so legt dies nahe, dass die Schützen Menschen exekutieren, die sie bereits in Gewahrsam hatten.

Zudem sollte man bei Kämpfen von Straftätern mit der Polizei einen steilen Anstieg der Zahl der verletzten oder getöteten Polizisten erwarten. Doch die Polizei hat bisher keine derartige Zunahme bekanntgegeben.