Blutgetränkter Regenwald

NEW YORK – Edwin Chota ist in dem Wald ermordet worden, um dessen Schutz er gekämpft hat. Der peruanische Umweltaktivist hatte seine Regierung um Hilfe ersucht, nachdem ihn die illegalen Holzfäller mit dem Tode bedroht hatten, die Raubbau in der Gegend um sein Dorf im Amazonas-Regenwald betreiben. Und dennoch sind er und drei weitere führende Vertreter der peruanischen Ashéninka-Gemeinde im September aus dem Hinterhalt überfallen und erschossen worden, während sie zu Fuß auf einem Dschungelpfad unterwegs waren, um sich mit anderen Aktivisten aus dem benachbarten Brasilien zu treffen. Chotas Witwe ist sechs Tage auf dem Fluss gereist, um die Todesfälle in der Regionalhauptstadt zu melden.

Chotas Tod ist eine Mahnung, welchen Preis lokale Aktivisten in einigen der entlegensten Regionen der Welt bezahlen, wenn sie darum kämpfen, ihre Gemeinden vor Ausbeutung und Industrialisierung zu schützen. Die weltweite Nachfrage nach natürlichen Rohstoffen wächst und indigenen Völkern wird kaum Schutz vor jenen gewährt, die ihr Land, ihre Wälder und ihre Flüsse zerstören. Stattdessen werden sie in erschreckendem Ausmaß ungestraft ermordet, manchmal in Komplizenschaft mit Regierungsbehörden.

Peru ist ein Paradebeispiel. Laut eines unlängst veröffentlichten Berichtes der Organisation Global Witness ist Peru mit 58 ermordeten Aktivisten im Zeitraum von 2002 bis 2013 das viertgefährlichste Land für Umweltaktivisten (nach Brasilien, Honduras und den Philippinen). Über die Hälfte des Landes ist nach wie vor von Regenwald bedeckt, aber diese Wälder werden mit zunehmender Geschwindigkeit abgeholzt, um die unersättliche internationale Nachfrage nach Holz und verwandten Produkten zu befriedigen.

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