Matt Britt/Flickr

Brasiliens Grundrechte für virtuelle Freiheit

RIO DE JANEIRO – Es klingt wie das Drehbuch zu einem Horrorfilm – von der Art, wo aufgrund eines kleinen Fehlers in der Matrix das globale Chaos auszubrechen droht. Diesmal war es ein simpler, aber verhängnisvoller Programmierfehler, der plötzlich die sensibelsten Daten von Millionen von Verbrauchern zum Ziel von Hackern werden ließ. In den Schlagzeilen gab es einen Aufschrei über Gefahren im Internet, die wir kaum verstehen und die massenhaft digitale Piraten auf eine Vielzahl neuer kriminelle Chancen aufmerksam machen. Weltweit beeilten sich Firmen, ihre Sicherheit im Netz wieder herzustellen.

Die Geschichte der so genannten „Heartbleed”-Sicherheitslücke ist allerdings viel zu real und weist auf eine bittere Wahrheit hin: In erschreckend kurzer Zeit sind wir vom Internet völlig abhängig geworden, von einem Grenzbereich, den wir gerade einmal in Ansätzen verstehen, geschweige denn beurteilen oder regulieren können. Debatten um bedeutsame Fragen – wie etwa Freiheit versus Sicherheit, Datenschutz versus Piraterie und die Auswirkungen des Cyberspace auf die Demokratie – sind weit von einer Lösung entfernt.

Doch die Ängste hinsichtlich Heartbleed und ähnlicher Bedrohungen sowie die Aufregung rund um die von dem ehemaligen US-Geheimdienstdienstmitarbeiter Edward J. Snowden aufgedeckten aggressiven amerikanischen Überwachungsmaßnahmen haben bereits zahlreiche Länder in die Defensive gedrängt. Vielerorts hat man Bemühungen zum Schutz der Freiheit im Internet vereitelt.

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