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Frieden für Palästina jetzt

MADRID/WASHINGTON, DC – Nun, da der revolutionäre Wandel die ganze arabische Welt erfasst, könnte man leicht denken, dass es nicht an der Zeit ist, auf einen Frieden zwischen Israel und Palästina zu drängen. Bis sich der Staub im Nahen und Mittleren Osten legt, haben die alten Roadmaps ausgedient und die gängige Meinung besagt, dass Fortschritte in Richtung eines Friedensabkommens angesichts des Aufruhrs in der Region reines Wunschdenken seien.

Allerdings trifft das Gegenteil zu. Sogar angesichts zahlreicher Fehlschläge in der Vergangenheit bietet sich den Vereinigten Staaten und Israel ganz klar eine Gelegenheit, eindringlich auf eine dauerhafte Lösung zu pochen.

Alle müssen ihre Denkweise im Hinblick auf den Nahen Osten ändern. Der alte Ansatz der internationalen Gemeinschaft bestand darin, Stabilität über Demokratie zu stellen und den israelisch-arabischen Frieden auf einer völlig anderen diplomatischen Schiene zu verfolgen. Diese Politik erwies sich als Fehlschlag – der Stabilität den Vorzug gegenüber Demokratie einzuräumen, brachte weder das eine noch das andere und isolierte Friedensbemühungen führten nirgendwohin.

Wenn die USA und andere Weltmächte in den drei Schlüsselbereichen Stabilität, politische Reform und Frieden vorankommen wollen, müssen sie den Zusammenhang zwischen diesen drei Bereichen verstehen und alle drei Ziele gleichzeitig und ganzheitlich verfolgen. Die selektive Auswahl von Herausforderungen, derer man sich annimmt, erhöht nur die Gefahr, dass daraus unlösbare Probleme werden.