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Den Weg zum Wachstum ebnen

In Lateinamerikas ländlichen Gemeinden lebt die extrem arme Bevölkerung im Durchschnitt über fünf Kilometer von der nächsten gepflasterten Straße entfernt (fast doppelt so weit wie nicht verarmte ländliche Haushalte), was dazu führt, dass der Zugang zu Märkten und benötigten Dienstleistungen schwierig und sehr teuer ist. Darüber hinaus wird Lateinamerikas internationale Konkurrenzfähigkeit durch mangelhafte Transportmöglichkeiten geschwächt. Über die Hälfte der lateinamerikanischen Firmen halten die schwache Infrastruktur für ein Haupthindernis für ihre Tätigkeit und das Wachstum ihres Unternehmens.

Es gibt eine offensichtliche Alternative: höhere (und klügere) Ausgaben für die Infrastruktur. Durchschnittlich geben die Länder in Lateinamerika und der Karibik unter 2 % ihres BIP für die Infrastruktur aus, während 3 % bis 6 % notwendig sind, um schnelles Wachstum aufrechtzuerhalten und mit Ländern wie China oder Korea Schritt zu halten.

Um die Ausgaben erhöhen zu können, müssen die Nutzer angesichts der knappen öffentlichen Kassen und der steuerlichen Einschränkungen einen größeren Anteil der Kosten übernehmen. Dazu muss eine Kultur des Bezahlens geschaffen werden und ein Sicherheitsnetz für jene Bürger bereitgestellt werden, die sich die Zahlungen nicht leisten können.

Man sollte nicht der Versuchung erliegen, besonders eindrucksvolle Bauvorhaben umzusetzen, die sich als sinnlos erweisen und hohe Folgekosten nach sich ziehen. Stattdessen sollten die Projekte danach ausgewählt werden, wie hoch ihr Potenzial zur Steigerung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit ist. Für viele Nationen bedeutet das die Einrichtung von Entwicklungsinstitutionen, die die Planung, Überwachung und Auswertung in angemessener Weise durchführen können.