Global warming ice caps melting Mario Tama / Getty Images

Radikaler Realismus in der Klimapolitik

BERLIN – Die etablierte Politik ist in der Regel nicht besonders gut darin, sich grundlegende Veränderungen vorzustellen. Im vergangenen Dezember jedoch haben sich in Paris 196 Regierungen darauf verständigt, die globale Erwärmung auf 1,5 °C über vorindustriellem Niveau zu begrenzen – ein Ziel, das verspricht, einen Wandel genau dieser Art herbeizuführen. Einer solchen großen Transformation stehen jedoch ernste politische Herausforderungen entgegen. Das zeigt sich unter anderem daran,  dass zunehmend Lösungsvorschläge diskutiert werden, die mehr schaden als nutzen werden.

Einer dieser diskutierten Lösungsstränge befasst sich mit der Idee, umfangreiche technologische Interventionen zur bewussten Steuerung des globalen Klimasystems zu entwickeln. Die Befürworter des Geo-Engineerings argumentieren, dass herkömmliche Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen die Emissionen einfach nicht schnell genug verringern, um eine gefährliche Erwärmung zu verhindern. Es seien Technologien wie die sogenannte CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) erforderlich, um Klimaschaden und menschliches Leid zu begrenzen.

Der Weltklimarat scheint dem zuzustimmen. In seinem fünften Sachstandsbericht stützt der IPCC seine Szenarien für das Erreichen der Pariser Klimaziele auf das Konzept „negativer Emissionen“, also der Fähigkeit, überschüssiges Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu saugen.

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