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Der Weg in Richtung glaubwürdige Klimapolitik

PARIS – Am 25. Oktober erreichte die Marktkapitalisierung des Elektroautoherstellers Tesla einen Wert von 1 Billion Dollar – und liegt damit höher als der Wert der 10 in der Rangliste folgenden weltweiten Autohersteller zusammen. Selbst wenn man einen gewissen Überschwang einrechnet, ist das doch ein starker Indikator dafür, in welcher Weise die Bedrohung durch den Klimawandel eine Transformation des Kapitalismus bewirkt. Freilich überwiegen noch immer die Umweltverschmutzer und Greenwashing ist allgegenwärtig, aber es wäre ein Fehler, den laufenden Umstieg auszublenden.

Die Regierungen sind jedoch nicht auf Kurs, ihr Versprechen aus dem Pariser Klimaabkommen des Jahres 2015 einzuhalten, die globale Erwärmung auf „deutlich unter“ 2 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur würde die Einhaltung der bisher im Rahmen des Pariser Abkommens abgegebenen nationalen Zusagen zu einem globalen Temperaturanstieg von 2,1 Grad führen. Überdies bleiben die tatsächlichen Maßnahmen sogar noch hinter diesen unzureichenden Zusagen zurück: dem „Stated Policies-Szenario“ der IEA zufolge würde die globale Erwärmung einen Wert von 2,6 Grad erreichen.

Nun berücksichtige man noch die – von der Energy Transitions Commission dokumentierte – Tatsache, dass sich die meisten Regierungen verpflichtet haben, das Ziel der Netto-Null-Emissionen erst bis 2050 oder 2060 zu erreichen, und planen, größere Anstrengungen zur Emissionsminderung auf die Zeit nach 2030 zu verschieben, und es zeichnet sich das Bild eines massiven Glaubwürdigkeitsdefizits ab.

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