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Die Pandora Papers und die Gefährdung der Demokratie

NEW YORK – Die „Pandora Papers“, ein neues Rechercheprojekt des Internationalen Netzwerks investigativer Journalisten, hat weltweit Wut ausgelöst. Es hat Politiker, Unternehmer, Sportstars und Ikonen aus der Kulturwelt in flagranti dabei ertappt, wie sie lügen und ihr Vermögen verstecken. Aber was passiert mit den Anwälten und Steuerberatern, die ihnen dabei geholfen haben?

Die Praktiken, die das Recherchenetzwerk aufgedeckt hat, sind alles andere als neu. Ihr schierer Umfang, ihre Raffinesse und die rechtliche Feuerkraft, mit der die Ultrareichen und Mächtigen heute das Recht zur Strecke bringen, ist sicher eine Meldung wert. Die einzig schockierende Enthüllung aber ist, dass diese Praktiken nur mit Hilfe von über 600 Journalistinnen aus aller Welt aufgedeckt wurden, die dafür oft die eigene Sicherheit und berufliche Zukunft aufs Spiel setzen. Die Schwierigkeiten ihre Arbeit zeigen, wie umfassend Anwälte, Gesetzgeber und Gerichte das Gesetz zugunsten der Eliten verbogen haben.

Um ihre Vermögen zu verstecken, bedienen sich die Reichen und Mächtigen rechtlicher Strategien, die schon Jahrhunderte alt sind. 1535 griff der englische König Heinrich VIII. hart gegen eine „the use“ genannte rechtliche Konstruktion durch, weil sie die bestehenden (feudalen) Besitzverhältnisse bedrohte und als Mittel zur Steuervermeidung diente. Durch kluge rechtliche Manipulationen wurde sie jedoch bald durch ein noch mächtigeres Instrument ersetzt: den Trust

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