Die Überwindung des Scheiterns von Kopenhagen

NEW YORK – Der Wirkungsgrad schöner Reden ist begrenzt. Einen Monat nach der Klimakonferenz in Kopenhagen ist klar, dass es den weltweiten Staats- und Regierungschefs nicht gelungen ist, Worten über die Erderwärmung Taten folgen zu lassen.

Die Einhelligkeit der internationalen Führungsköpfe darüber, dass es schlecht wäre die Zerstörung zu riskieren, die ein Anstieg der globalen Mitteltemperatur um mehr als zwei Grad Celsius anrichten könnte, war natürlich nett. Wenigstens haben sie den sich häufenden wissenschaftlichen Beweisen ein wenig Aufmerksamkeit angedeihen lassen. Und bestimmte Grundsätze, die im Rahmenübereinkommen von Rio 1992 festgelegt worden sind, einschließlich der „gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und jeweiligen Fähigkeiten“ sind bestätigt worden. Ebenso die Vereinbarung der entwickelten Länder für die Entwicklungsländer „adäquate, berechenbare und nachhaltige finanzielle Mittel, Technologie und den Aufbau von Kapazitäten bereitzustellen…“.

Das Scheitern von Kopenhagen besteht nicht in der Ermangelung eines rechtsverbindlichen Übereinkommens. Das wirkliche Scheitern besteht darin, dass es keine Vereinbarung darüber gegeben hat, wie das hoch gesteckte Ziel den Planeten zu retten erreicht werden soll, keine Vereinbarung über die Reduktion von Kohlendioxidemissionen, keine Vereinbarung darüber, wie die Last verteilt werden soll und keine Vereinbarung über die Hilfe für Entwicklungsländer. Auch die im zentralen Abschlussdokument enthaltene Verpflichtung, im Zeitraum 2010 bis 2012 Summen in Höhe von fast 30 Milliarden US-Dollar für die Anpassung an den Klimawandel und den Klimaschutz zur Verfügung zu stellen, wirkt lächerlich neben den Hunderten von Milliarden Dollar, die im Rahmen der Rettungsmaßnahmen von 2008 bis 2009 an die Banken verteilt wurden. Wenn wir uns so viel für die Rettung von Banken leisten können, können wir uns etwas mehr leisten, um die Erde zu retten.

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