0

Open-Source-Medikamente?

LONDON – In den letzten Jahren stand die langsame Entwicklung neuer Medikamente und die mangelnde Produktivität der pharmazeutischen Industrie zunehmend im Mittelpunkt des Interesses. Diese Innovationskrise betrifft aber auch Biotechnologie-Firmen, auf die pharmazeutische Unternehmen heutzutage in der Entwicklung neuer Medikamente angewiesen sind.

Dies führt zu einer Überprüfung sämtlicher Aspekte des biomedizinischen Forschungs- und Entwicklungsprozesses, da Firmen versuchen, ihre Kosten zu senken sowie Effizienz und Produktivität zu erhöhen. Das Ergebnis sind Unternehmenszusammenschlüsse, Umstrukturierungen und der Abbau von zehntausenden Arbeitsplätzen in der Branche. Keine dieser Veränderungen scheint allerdings zu jenem radikalen Wandel geführt zu haben, der für das Überleben und den Erfolg der Unternehmen nötig wäre.  

Wie könnte ein derartiger Wandel nun aussehen? Manche schlagen vor, das aktuelle System patentierter Medikamente überhaupt aufzugeben und die pharmazeutische F&E durch Besteuerung und preisbasierte Systeme zu finanzieren. Ein weiterer Ansatz zur Lösung von Innovationsproblemen ist vorwettbewerbliche Offenheit und Zusammenarbeit – wie es sie etwa in der Computersoftware-Branche gibt.

Viele große Pharma-Unternehmen freunden sich mittlerweile mit diesen Strategien an. Aber können diese auch funktionieren, wenn sie in der Branche nicht einheitlich eingeführt und von Forschern und Geldgebern überhaupt nicht unterstützt werden?