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Einhändiger Applaus für Ben Bernanke

WASHINGTON, DC – Die Nominierung von Ben Barnanke für eine zweite Amtszeit als Chef der US-amerikanischen Notenbank ist eine vernünftige und pragmatische Entscheidung, aber kein Grund zum Feiern. Stattdessen sollte sie Anlass sein, darüber nachzudenken, welche Rolle die Ideologie bestimmter Ökonomenkreise, zu denen auch Bernanke gehört, bei der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise gespielt hat.

Die Entscheidung, Bernanke zu ernennen, ist aus zwei Gründen vernünftig. Erstens stecken die US- und die Weltwirtschaft noch tief in der Krise. Ein kompletter Kollaps konnte zwar verhindert werden, aber die Wirtschaft bleibt labil, daher ist es sinnvoll, keinen Vertrauensverlust zu riskieren, der einen erneuten Abschwung auslösen könnte.

Zweitens ist Bernanke der beste unter seinesgleichen. Er hat Art und Schwere der Krise schließlich doch verstanden und dann maßgebende Schritte unternommen, die dazu beigetragen haben, den freien wirtschaftlichen Fall zu verhindern. Diese Leistung, zusammen mit Zweifeln darüber, ob ein anderer es besser gemacht hätte, macht es nicht ratsam, ihn durch einen anderen Kandidaten aus dem Establishment zu ersetzen.

Diese beiden Faktoren rechtfertigen die Wiederernennung von Bernanke, aber das eher schwache Lob ist bezeichnend für tiefer liegende Probleme, die unter seiner Führung zutage getreten sind. Diese Probleme betreffen den Zustand der Wirtschaft und die politische Wirtschaftsberatung.