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Ein Europa

"Ein Europa", das wird der Schlachtruf der dänischen EU-Präsidentschaft sein, die in dieser Woche beginnt. Ein Europa, um das ablaufende 20. Jahrhundert endgültig abzuschließen: seine Kriege, Teilungen und Tragödien. Ein Europa im Streben nach Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit. Ein Europa mit einer konkurrenzfähigen und sparsam mit den Rohstoffen umgehenden Wirtschaft. Ein Europa mit einer langfristigen Ernährungspolitik. Ein Europa, das sich seiner globalen Verantwortung stellt, um internationale Krisen zu bewältigen, neue Eiserne Vorhänge in Europa zu verhindern, und um den Nutzen der Globalisierung auszuteilen.

Das blutigste Jahrhundert der europäischen Geschichte begann im August 1914. Wir können es im Dezember 2002 beenden. 1945 brachte Frieden und Freiheit - aber nur einigen von uns. Während Westeuropa frei war und gemeinsame Einrichtungen für Frieden und Wohlstand aufbauen konnte, unterjochte die Sowjetunion unser mittleres und östliches Herzland. Der Traum von geeinten Europa war fast zwei Generationen lang abgeschrieben.

Der Fall der Berliner Mauer ließ diesen Traum wieder aufleben. Die Zeit ist gekommen, um ihn zu verwirklichen. Die Vorbereitungen dazu wurden seit fast einem Jahrzehnt auf den Weg gebracht, als die Bedingungen für die Mitgliedschaft 1993 zu erst in Kopenhagen festgelegt worden waren.

Beitrittswillige Länder strengten sich gewaltig an, um diese Bedingungen zu erfüllen. Heute bewegt sich dieses Ziel von der Traumwelt hin zur Realität. Wir haben die historisch einmalige Chance, in Kopenhagen die Beitrittsverhandlungen mit bis zu zehn Länder 2002 zum Abschluss zu bringen. Die EU ist entschlossen, das zu Stande zu bringen.