Jennifer Kohnke

Obamas Strategiewechsel im Pazifikraum

CAMBRIDGE – Asiens Rückkehr in den Mittelpunkt des Weltgeschehens ist die große Machtverlagerung des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Im Jahr 1750 lebten etwa drei Fünftel der Weltbevölkerung in Asien und in der Region wurden damals drei Fünftel der weltweiten Wirtschaftsleistung erbracht. Nach der Industriellen Revolution in Europa und Amerika war Asiens Anteil am globalen Output bis zum Jahr 1900 auf ein Fünftel geschrumpft. Im Jahr 2050 wird Asien auf dem besten Weg dahin zurück sein, wo es 300 Jahre früher schon einmal gewesen ist.

Anstatt diese Entwicklung aufmerksam im Auge zu behalten, haben sich die Vereinigten Staaten in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts in Kriege in Irak und Afghanistan verstrickt. Jetzt wird die amerikanische Außenpolitik, so hat es US-Außenministerin Hillary Clinton unlängst in einer Rede formuliert, auf Ostasien „umschwenken“.

Die Entscheidung von Präsident Barack Obama, 2.500 US-Marineinfanteristen im Norden Australiens zu stationieren, ist ein frühes Anzeichen für diese Verlagerung. Auf dem Gipfel des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) in Obamas Heimat Hawaii ist zudem eine neue Runde von Handelsgesprächen im Rahmen der so genannten Transpazifischen Partnerschaft angekündigt worden. Beide Ereignisse bekräftigen Obamas Botschaft an die Region Asien-Pazifik, dass die USA beabsichtigen, als Macht zu bleiben.

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