Obamas Indienreise

CAMBRIDGE – Die energische Außenpolitik des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi seit dessen Amtsantritt vor sieben Monaten hat viele Beobachter überrascht. Nachdem Modi die Staats- und Regierungschefs Pakistans und anderer benachbarter Länder zu seiner Amtseinführung eingeladen hatte, begab er sich auf Reisen nach China, Australien und in die USA. In jüngerer Zeit begrüßte er den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Neu-Delhi und unterzeichnete eine große Zahl von Handelsabkommen und Verordnungen zur Einfuhr russischer Atomreaktoren. Indien, so erklärt Modi seinen Mitbürgern, sei ein starkes und weltweit angesehenes Land.

Im kommenden Monat wird US-Präsident Barack Obama als Modis Ehrengast bei den Feierlichkeiten zum Tag der Republik (Indiens Nationalfeiertag) nach Neu-Delhi reisen – nur drei Monate nachdem die beiden Spitzenpolitiker wichtige Gespräche in Washington, D.C. geführt hatten. Der Besuch ist daher als deutliches Signal für den Wunsch nicht nur Modis, sondern auch Obamas aufzufassen, die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu verbessern.

Um was also dürfte es Obama bei seinem neuerlichen Treffen mit dem indischen Regierungschef gehen, und was lässt sich seiner Ansicht tun, um die bilateralen Beziehungen zu festigen? Drei Themen ragen heraus; an erster Stelle steht dabei der Handel, der politisch genauso wichtig ist wie wirtschaftlich.

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