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Obama in Afrika

BERKELEY – Am 10. Juli wird ein sehr bedeutender Abkömmling Schwarzafrikas triumphal in das Mutterland zurückkehren.

„Das Imperium schlägt zurück“, sagen die Wissenschaftler und beziehen sich dabei auf die ehemals kolonisierten Völker, wie etwa Migranten aus Afrika und Indien, die sich in Europa und Nordamerika niederließen und die herrschenden Normen im Hinblick auf ethnische Zugehörigkeit oder Identität in Frage stellten. Auf seiner ersten offiziellen Reise nach Afrika schlägt US-Präsident Barack Obama auf neuartige Weise zurück. Sein Besuch in Ghana unterstreicht, in welchem Maß der positive Beitrag einer prominenten Person aus der Diaspora für Afrika erwünscht ist.  

Allerdings zeigt Obamas Besuch bei aller Symbolträchtigkeit auch die Grenzen seiner Macht auf. Aufgrund der Belastungen durch die wirtschaftlichen Probleme Amerikas und der Kriege im Irak und in Afghanistan kann er keine kühnen Schritte unternehmen oder große Versprechungen abgeben.

Tatsächlich bleibt Obama sechs Monate nach seiner Amtsübernahme hinter den Erwartungen zurück. Im Hinblick auf die Bereinigung der gewaltvollen Konflikte in der Region – in Darfur, im östlichen Kongo und Somalia – hat er einen höchst vorsichtigen Ansatz gewählt. Auf Distanz ging er auch zu den politischen Kalamitäten in Afrika – allen voran in Simbabwe, wo er sich Forderungen verweigerte, die Amtsenthebung von Robert Mugabe zu unterstützen.