11

Wandel durch Annäherung

WASHINGTON, DC – In seiner ersten Amtsantrittsrede sprach US-Präsident Barack Obama eine Einladung an die verschlossensten Länder der Welt aus: „wisst, … dass wir eine Hand reichen, wenn ihr bereit seid, eure Faust zu öffnen”. In dieser Aussage steckt die Außenpolitik des engagements, des Wandels durch Annäherung., Ein Ansatz, den er während seiner ersten Amtszeit verfolgte - und der einige Schwächen, aber auch sehr viele Stärken hat.

Obama lehnte die Politik seines Vorgängers George W. Bush, die „Schurkenstaaten” zu isolieren, ab. Er hatte erkannt, dass die einzige Hoffnung Amerikas, das Verhalten isolierter Länder zu beeinflussen, der direkte bilateralen Kontakt mit ihnen war. Und als bilaterale Strategie hat sich das engagement als erstaunlich erfolgreich bewiesen. Es hat dazu geführt, dass sich Länder von Burma bis zuletzt Kuba öffnen, und es hat auch Fortschritte auf dem Weg zu einem dauerhaften Atomabkommen mit dem Iran verzeichnet.

Von Anfang an jedoch hat die Obama-Administration klargestellt, dass engagement kein Ziel an sich ist, sondern ein Mittel, verschiedene bilaterale und regionale Ziele zu erreichen.

In Burma war das bilaterale Ziel, die Regierung zu einer größeren Offenheit und zur Demokratie zu bewegen, was eindeutig geschehen ist. Die Demokratin und Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wurde aus dem Hausarrest entlassen, ihre Partei gewann Sitze im Parlament, und Millionen Burmesen studieren nun die Verfassung ihres Landes und haben Änderungsanträge eingereicht.