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Nordkorea hat die Wahl

NEW YORK – Als die Republik Korea im Jahr 1948 gegründet wurde, war sie eines der ärmsten Länder der Welt. Im Jahr 1953, unmittelbar nach dem Korea-Krieg, lag das Pro-Kopf-BIP bei 67 Dollar und stieg bis 1960 lediglich auf 79 Dollar an. Damals war die Wirtschaft in Nordkorea viel stärker als in Südkorea. Im Norden gab es Bodenschätze im Überfluss und sogar Strom wurde vom Norden in den Süden geliefert. Große Teile der Industrie befanden sich im Norden, während der Süden hauptsächlich von Landwirtschaft geprägt war.

Heute ist das BIP in Südkorea 40 Mal höher als im Norden. Ein Vergleich zwischen den beiden Volkswirtschaften ist praktisch sinnlos.

Diese Ungleichheiten sind nicht auf unterschiedliche historische Entwicklungen zurückzuführen, denn die Koreaner blicken auf eine Jahrtausende lange Geschichte als eine Nation zurück. Diese Kluft ist vielmehr ein Zeichen für Entscheidungen, die in der jüngeren Vergangenheit getroffen wurden.

Aufgrund des hartnäckigen Festhaltens an der Planwirtschaft und einer obsoleten Ideologie ist Nordkorea in einem Teufelskreis gefangen. Das Land leidet unter instabiler Nahrungsversorgung sowie einem niedrigen und manchmal negativen Wirtschaftswachstum. Dennoch hat Nordkorea wenig Interesse an Reformen gezeigt. Stattdessen hat man ein Atomwaffenprogramm entwickelt, das die Stabilität der Region gefährdet und eine enorme Bürde für die Wirtschaft des Landes darstellt.