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Nordkorea schreibt Geschichte

Historische Wendepunkte lassen sich normalerweise leichter rückblickend erkennen. Die Feststellung, ob Nordkoreas Test eines nuklearen Sprengkörpers einen solchen darstellt, kann allerdings ohne jahrelanges Abwarten erfolgen. Das tut er. Fraglich ist, ob sich dieser als Wendung zum Besseren oder zum Schlechteren erweist.

Manche meinen, dass sich infolge des Tests kaum etwas geändert habe. Die Welt war jahrelang davon ausgegangen, dass Nordkorea genügend spaltbares Material besitzt, um ein halbes Dutzend oder mehr einfache Atombomben herzustellen. Der Test hat eindeutig erwiesen, was stillschweigend unterstellt worden war.

Was bisher angenommen wurde, ist jetzt Fakt. So viel hat sich geändert. Nordkorea hat die Welt herausgefordert; die Frage ist, wie die Welt reagiert.

Mehr könnte kaum auf dem Spiel stehen. Nordkoreas Führungsköpfe sind für Aggressivität bekannt, zeigen Verachtung für ihr Volk und haben in der Vergangenheit so ungefähr alles verkauft (von Drogen und gefälschten Dollars über Raketenteile), um an harte Währung zu gelangen. Die Gefahr besteht darin, dass sie in Versuchung kommen könnten eine Atomwaffe einzusetzen, dass sie, in dem Glauben eine solche Waffe könne sie schützen, unverantwortlich handeln oder eine an Terroristen verkaufen.