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Wenn die Kinder leiden, leidet das Land

NEW YORK – Kinder sind die wichtigste Ressource jedes Landes – nicht nur in moralischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Investitionen in die Gesundheit, Bildung und Fertigkeiten von Kindern bieten einem Land die höchste wirtschaftliche Rendite. Eine neue Studie des Weltkinderhilfswerks UNICEF zeigt, welche einkommensstarken Länder bei diesen Investitionen gut abschneiden und welche nicht.

Der Bericht mit dem Titel Child Well-Being in Rich Countries liefert eine ganzheitliche Betrachtung der Lage von Kindern in den USA, Kanada und Europa – insgesamt in 29 Ländern. Die Spitzenländer, in denen es den Kindern am besten geht, sind die sozialen Demokratien Westeuropas. Die Niederlande führen die Liste an, gefolgt von Norwegen, Island, Finnland, Schweden und Deutschland.

Am Ende der Liste wartet eine große Überraschung: Die US, die reichste große Volkswirtschaft der Welt, belegt den 26. Platz, gefolgt nur von drei sehr viel ärmeren Ländern: Litauen, Lettland und Rumänien. Frankreich und Großbritannien belegen Plätze im Mittelfeld.

Die Studie bewertet das Kindeswohl in Bezug auf die materielle Lage (in Verbindung mit dem Einkommensniveau der Haushalte), Gesundheit und Sicherheit, Bildung, Risikoverhalten (wie z.B. übermäßigen Alkoholkonsum) und das physische Umfeld, einschließlich der Wohnsituation. Zwar ist die Studie auf die einkommensstarken Länder beschränkt, doch sollten nationale Regierungen – und selbst Städte – in anderen Teilen der Welt sie kopieren, um das Wohl ihrer eigenen Kinder zu analysieren.