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Grüne Welle für grünes Wachstum

NEW YORK – Die Forschung zum Thema Wirtschaftswachstum hat eine lange und ehrenvolle Geschichte. Die kürzliche Einführung des Konzepts der Nachhaltigkeit hat dem Forschungsfeld jedoch einen schon lange fälligen Schock verpasst. Insbesondere ein Bericht über die Ökonomie der Artenvielfalt, den der Wirtschaftswissenschaftler Partha Dasgupta von der Universität Cambridge im Auftrag der britischen Regierung erstellt hat, ist weit mehr als eine bloße logische Fortführung etablierter Wachstumsmodelle – er ist ein tektonische Verschiebung in seinem Fach. Das mag manche Leute verunsichern, bietet aber die großartige Chance, Wachstum und Finanzen mit Hilfe von Daten und Analysemodelle auf einen nachhaltigeren Weg zu bringen.

Kurz gesagt, betrachtet die neue Ökonomie des Wachstums die Umwelt nicht länger als externen Faktor. Stattdessen ist die Wirtschaft in die Umwelt integriert und kann nur dann nachhaltig gedeihen und wachsen, wenn wir klug mit der Natur umgehen. Zwar ist die „Ausbeutung“ der Natur bis zu einem bestimmten Punkt möglich, ist diese Schwelle überschritten, kann sie sich aber nicht mehr erholen.

Das Nachdenken über Wachstum steht damit auf einem völlig neuen Fundament. Es gilt nicht mehr „je mehr, je besser, sondern „je nachhaltiger, je besser“. Bei früheren Wachstumsmodellen war die Anhäufung von Human- und Sachkapital durch allgemeine und berufliche Bildung und Investitionen in Fabriken, Anlagen und Infrastruktur ein Gut an sich, weil sie die Konjunktur anregt. Aus demselben Grund galt es als vorteilhaft, diese Faktoren durch technologische Innovation effizienter zu kombinieren. Das Problem war nur, dass die Umwelt, d. h. das Naturkapital, in diesen Modellen nie ausdrücklich berücksichtigt wurde.

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