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Neue politische Paradigmen für eine neue Welt

WASHINGTON, D. C. – Im letzten Vierteljahrhundert hat die Weltwirtschaft von einer bemerkenswerten Phase mit stabilem Wachstum und niedriger Inflation profitiert. Die sogenannte „Große Mäßigung“ wiegte viele politische Entscheidungsträger in falscher Sicherheit, was ihre Fähigkeit betraf, die Wirtschaft zu lenken und mit Finanzkrisen fertigzuwerden. Doch als die Große Mäßigung zur Großen Rezession entartete, traten fatale Fehler in der konventionellen Denkweise zutage. Einer der bemerkenswertesten war, wie wenig wir die Verflechtungen zwischen dem Finanzsystem und der allgemeinen Wirtschaft begriffen – ebenso die Verflechtungen zwischen verschiedenen Ländern.

Nun, wo die Politiker nach neuen Paradigmen zur Steuerung der Wirtschaft für das Jahr 2011 und danach suchen, ist ein besseres Verständnis dieser Verflechtungen unentbehrlich, um das Wirtschaftswachstum zu fördern und das Risiko weiterer Krisen zu reduzieren. Ebenso wichtig ist die Erkenntnis, dass wir, wenn wir zusammenarbeiten, eine erfolgreichere und stabilere Weltwirtschaft aufbauen können, von der alle Länder profitieren.

Lassen Sie mich darlegen, was dies für folgende drei politische Ziele bedeutet: den Aufbau eines stärkeren und sichereren Finanzsektors, das Erreichen eines ausgewogeneren und stabileren Wachstums und die Lenkung großer und unbeständiger Kapitalflüsse.

Ein stärkeres und sichereres Finanzsystem ist die Grundlage für eine erfolgreiche Wirtschaft. Dazu ist eine starke Regulierung notwendig, mit einem vernünftigen Regelwerk für Finanzmärkte und Institutionen. Und um sicherzustellen, dass sich alle an die Regeln halten, müssen die Finanzinstitute intensiv beaufsichtigt werden.