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roubini127_Thomas LohnesGetty Images_bullstockmarket Thomas Lohnes/Getty Images

Bipolare Märkte in der „neuen Mittelmäßigkeit“

NEW YORK:– Die Finanzmärkte neigen zu manisch-depressiven Zyklen, und in den vergangen Jahren war diese Tendenz besonders ausgeprägt. In Phasen der Risikofreude produzieren die Anleger – angetrieben von „animalischen Instinkten“ – Bullenmärkte, Überhitzung und manchmal regelrechte Blasen; irgendwann jedoch folgt dann auf eine negative Erschütterung eine Überreaktion und sie werden übertrieben pessimistisch, stoßen Risikowerte ab und erzwingen eine Korrektur oder einen Bärenmarkt.

Während die Kurse US-amerikanischer und globaler Aktien im gesamten Jahresverlauf 2017 steil anstiegen, kamen die Märkte in 2018 ins Trudeln und gerieten im letzten Quartal des Jahres schwer unter Druck. Diese Risikoscheu spiegelte Sorgen über eine globale Rezession und die chinesisch-amerikanischen Handelsspannungen wider, aber auch über Signale der US-Notenbank (Fed), dass diese die Zinsen weiter anheben und eine quantitative Verknappung verfolgen würde. Doch seit Januar sind die Märkte gestiegen, und zwar so stark, dass einige führende Vermögensverwalter nun einen steilen Kursanstieg über das bestehende hohe Niveau hinaus prognostizieren.

Es ließe sich argumentieren, dass sich diese neuerliche Phase der Risikofreudigkeit für den Rest des Jahres fortsetzen wird. Zunächst einmal stabilisiert sich das Wachstum in China aufgrund der dortigen makroökonomischen Konjunkturimpulse, was Befürchtungen über eine harte Landung abschwächt. Zudem könnten die USA und China in Kürze eine Einigung erreichen, die eine weitere Eskalation des laufenden Handelskrieges verhindert. Auch wird für die USA und die Welt für die zweite Jahreshälfte eine leichte Wachstumserholung erwartet. Und die von einem „harten Brexit“ ausgehende Destabilisierung wurde vermieden, u. a., indem die Europäische Union die Frist für den Austritt des Vereinigten Königreichs auf den 31. Oktober 2019 verschoben hat. Was die Wachstumsaussichten für die Eurozone angeht, so wird viel von Deutschland abhängen, wo die Konjunktur angesichts des nachlassenden globalen Gegenwinds wieder anziehen könnte.

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