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Die NATO und die baltischen Staaten

Das Treffen von Präsident Putin and Präsident Bush in Texas zeigt, dass die Beziehungen zwischen diesen beiden Großmächten eine neue Qualität erreicht haben. Aber dass Thema der NATO-Osterweiterung muss weiterhin auf der Tagesordnung stehen.

Kleine Nationen wie Estland waren nie in der Lage, ihre Verteidigung als ein zweitrangiges Problem zu behandeln. Sie haben im Laufe der Geschichte immer passende Nischen in der internationalen Ordnung gesucht, um zu überleben. Alleingänge haben unweigerlich in die Katastrophe geführt. Estlands Priorität ist es heute, seine Souveränität im Bündnis mit gleichgesinnten Nationen zu sichern.

Estland hat bereits im 20. Jahrhundert versucht, ein ähnliches Ziel zu erreichen, dabei aber kaum greifbare Ergebnisse erzielt. Unser Versuch, vor dem 2. Weltkrieg einen Konflikt mit der Sowjetunion zu vermeiden, stellte sich als kostspieliger Fehler heraus, auf den Jahrzehnte der Besatzung, viele Tausende von verlorenen und vergeudeten Leben sowie eine zurückgebliebene Wirtschaftsentwicklung zurückgehen.

Vor zehn Jahren ergriffen wir die neue Chance, unsere Unabhängigkeit zurückzugewinnen. Estland musste die Möglichkeiten, die sich ihm boten, nicht lange abwägen. Im Selbstverständnis der Estländer überwog schon immer das Zugehörigkeitsgefühl zu Europa, zur westlichen Zivilisation. Daher handelt es sich bei den Prioritäten unserer Außenpolitik - Mitgliedschaft in der EU und in der NATO - um eine natürliche Wahl.