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Musharraf und das Geschäft mit dem Jihad

General Pervez Musharraf ist im Begriff, Pakistan weitere fünf Jahre zu regieren. Nicht etwa, sagt er, weil er selbst es wolle, sondern weil niemand außer ihm Reformen in Pakistan durchsetzen könne.

General Musharraf ist seit fünfzig Jahren der dritte General in Pakistan, der die Macht an sich gerissen hat und sich dazu mit einem verkündeten Reformprogramm salbt. In jedem dieser Fälle segneten das die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten zustimmend ab. Aber Musharraf ist weder ein Gorbaschow noch ein Kamal Ataturk, die beide, nachdem sie die Fäulnis im eigenen Land erkannt hatten, in ihren Gesellschaften Reform angestoßen haben.

Alle Reformversuche Musharrafs erfolgten aufgrund von internationalem Druck. Im besten Fall haben sie alle durchweg kraftlos die Art von Strukturveränderung umgangen, die Pakistan nötig hat, um jemals aus der immer wiederkehrenden und sich dabei verschärfenden Krise auszubrechen.

Bei der schwindenden Beliebtheit Musharrafs im Land bangen einige sogar um sein Leben. Aber eine wirkliche Bedrohung von Seiten ,,der Straße" ist wohl eher unwahrscheinlich. Die Öffentlichkeit wurde von den kleptokratischen Regimes der Vorgänger Musharrafs, Benazir Bhutto und Nawaz Sharif, so ernüchtert, dass sie zu enttäuscht und unentschlossen ist, um sich zu erheben.