Gibt es zu viel Wettbewerb in der Finanzbranche?

NEU-DELHI – Viele Wirtschaftswissenschaftler befürworten eine Regulierung, die das Bankwesen wieder „langweilig“ und wettbewerbsfeindlich machen würde. Nach einer Krise sind Rufe nach einer Begrenzung des Wettbewerbs nicht ungewöhnlich. Während der Großen Depression argumentierte der Chef der National Recovery Administration der Vereinigten Staaten, dass die Arbeitgeber infolge der „mörderischen Doktrin des primitiven und ungezähmten Wettbewerbs, der Ellenbogengesellschaft, in der den Letzten die Hunde beißen“ gezwungen waren, Arbeiter zu entlassen. Er forderte ein wirtschaftliches Umfeld mit stärkeren Anbieterabsprachen, in dem die Einnahmen von den Verbrauchern zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgeteilt werden.

Bedenken hinsichtlich der nachteiligen Auswirkungen des Wettbewerbs hat es immer gegeben, selbst unter denjenigen, die nicht davon überzeugt sind, dass das staatliche Diktat die Märkte ersetzen kann oder dass das Gute im Menschen eine stärkere Motivation darstellt als monetäre Belohnungen und Bestrafung. Besonders erhitzt wurde die Debatte jedoch über die Auswirkungen des Wettbewerbs auf Innovationsanreize geführt.

Der große österreichische Ökonom Joseph Schumpeter glaubte, Innovation sei eine wesentlich stärkere Kraft für die Verbesserung der menschlichen Lebensumstände als der gewöhnliche Preiswettbewerb unter den Firmen. Als junger Mann schien Schumpeter zu glauben, dass Monopole den Anreiz für Innovationen abschwächen – vor allem für radikale Innovationen. Einfach ausgedrückt, möchte ein Monopolbesitzer seine vorhandenen Monopolgewinne nicht verlieren, indem er Innovationen einführt, die sein Altgeschäft kannibalisieren würden.

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