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Die drei Wege des Nahen Ostens

LAGUNA BEACH – Als ich kürzlich im Nahen Osten unterwegs war, fiel mir die wachsende Spaltung zwischen den Ländern auf – so sehr, dass ich mehr als je zuvor zu der Überzeugung kam, es mache heute keinen Sinn mehr, von der Region als einer zusammenhängenden Einheit zu sprechen. Statt interne Annäherung anzustreben, folgt dieser wichtige Teil der Welt momentan mindestens drei unterschiedlichen Wegen, die durch große, lang anhaltende – und wahrscheinlich noch wachsende – Unterschiede geprägt sind.

Auf einem der Wege befinden sich Länder wie der Irak, Libyen und Syrien, die verzweifelt dagegen ankämpfen, zu gescheiterten Staaten zu werden. Sie alle haben die unglückliche Aussicht gemeinsam, dass sich ihre Lage vor einer Verbesserung erst noch einmal verschlechtert.

Diese Gruppe von Staaten wird durch eine schreckliche Kombination von Gewalt, politischer Fragmentierung, sozialer Desintegration und wirtschaftlichem Verfall täglich weiter in den Abgrund gezogen. Ihre Fähigkeit, sich selbst zu helfen, ist gering, und in manchen Fällen beinahe nicht existent. Tragischerweise wird das enorme menschliche Leiden wahrscheinlich auch in Zukunft andauern, und durch die damit verbundenen Auswanderungsschübe werden benachbarte Staaten wie Jordanien und der Libanon schwer unter Druck geraten.

Das andere Extrem sind Staaten, die immer stärker und stärker werden. Unterstützt durch immer höhere Öleinnahmen bringen Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate vielfältige Programme auf den Weg, um ihre Wachstumsmaschinen zu diversifizieren, ihr menschliches und physisches Kapital weiter zu stärken und für künftige Generationen noch größere finanzielle Reserven anzuhäufen.