Venezuela bank FEDERICO PARRA/AFP/Getty Images

Der seltsame Fall der ausgebliebenen Zahlungsausfälle

CAMBRIDGE – Auf- und Abschwünge bei den internationalen Kapitalströmen und Rohstoffpreisen sowie die Unwägbarkeiten der internationalen Zinssätze werden schon lange mit Wirtschaftskrisen – vor allem, aber nicht ausschließlich in den Schwellenmärkten – in Verbindung gebracht. Der Krisentypus variiert dabei je nach Zeit und Ort. Ein „plötzlicher Stopp“ von Kapitalzuflüssen löst manchmal eine Währungskrise, manchmal eine Bankenkrise und recht häufig einen staatlichen Zahlungsausfall aus. Doppel- oder Dreifachkrisen sind nicht selten.

Die Auswirkungen dieser globalen Kräfte auf offene Volkswirtschaften und die Möglichkeiten, ihnen zu begegnen, sind seit Jahrzehnten sind ein wiederkehrendes Thema der Diskussionen internationaler Entscheidungsträger. Und da die US Federal Reserve die Zinssätze kurz- und mittelfristig anheben dürfte, ist es möglicherweise keine Überraschung, dass die am 2. und 3. November stattfindende 18. jährliche Forschungskonferenz des Internationalen Währungsfonds sich mit der Untersuchung und Diskussion des globalen Finanzzyklus und seiner Auswirkungen auf grenzüberschreitende Kapitalströme befasst.

Steigende internationale Zinssätze sind normalerweise eine schlechte Nachricht für Länder, in denen der Staat und/oder der private Sektor von externen Krediten abhängig sind. Doch für viele Schwellenmärkte begann sich das externe Umfeld etwa 2012 zu verschlechtern, als das Wachstum in China nachgab, die Rohstoffpreise steil fielen und die Kapitalströme austrockneten – Entwicklungen, die eine Flut von Währungskrisen auslösten, die nahezu alle Regionen umspannten.

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