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Die Drohung der Stagflation ist real

NEW YORK – Ich warne bereits seit mehreren Monaten, dass die derzeitige Mischung aus konsequent lockerer Geld-, Kredit- und Fiskalpolitik die Gesamtnachfrage übermäßig ankurbeln und zu einer inflationären Überhitzung führen würde. Verschärft wird das Problem noch dadurch, dass mittelfristige negative Nachfrageschocks das potenzielle Wachstum verringern und die Produktionskosten steigern werden. Zusammen könnte diese Nachfrage- und Angebotsdynamik zu einer Stagflation im Stil der 1970er Jahre (steigender Inflation inmitten einer Rezession) und letztlich sogar zu einer schweren Schuldenkrise führen.

Bis vor kurzem habe ich mich stärker auf mittelfristige Risiken konzentriert. Nun jedoch lässt sich argumentieren, dass bereits eine „milde“ Stagflation im Gange ist. In den USA und vielen anderen hochentwickelten Ländern steigt die Inflation, und das Wachstum verlangsamt sich trotz massiver geld-, kredit- und fiskalischer Impulse deutlich.

Es gibt inzwischen einen Konsens, dass die Wachstumsverlangsamung in den USA, China, Europa und anderen wichtigen Volkswirtschaften das Resultat von Angebotsverknappungen auf den Arbeits- und Warenmärkten ist. Die optimistische Interpretation von Wall-Street-Analysten und Politik lautet, dass diese milde Stagflation vorübergehender Art sei und nur solange andauern wird, wie sich diese Angebotsverknappungen fortsetzen.

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