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Unsere Pflicht gegenüber Migranten und Flüchtlingen

DHAKA – Das von den USA verhängte, zeitlich unbegrenzte Einreiseverbot für syrische Flüchtlinge wirft ein Schlaglicht auf eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Was sollen wir mit den Millionen von Flüchtlingen machen, die überall auf der Welt Krieg und Verfolgung zu entkommen suchen?

Das Ausmaß der heutigen Flüchtlingskrise ist atemberaubend: Weltweit wurden beispiellose 65 Millionen Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen, und allein 2016 kamen mehr als 7500 Migranten – Männer, Frauen und Kinder – bei dem verzweifelten Versuch ums Leben, sich in Sicherheit zu bringen; 5083 davon starben im Mittelmeer.

In der Andamanensee sind tausende von Migranten auf ihren Booten gestrandet, ohne an Land zu können, während Schlepperorganisationen sie in Geiselhaft nehmen; ähnliche Probleme wurden in der Sahelzone, am Horn von Afrika und im zentralamerikanischen Korridor beobachtet.

Zugleich kocht die migrantenfeindliche Stimmung in den Gastgeberländern immer weiter hoch. Statt Vertrauen zu schaffen, schüren viele Politiker Ängste und rufen zu ethnischer oder religiöser Diskriminierung gegen die zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungenen Menschen auf. Statt eine sichere und geordnete Migration zu fördern, schlagen viele Länder Maßnahmen vor, um die Migration zu beschränken oder komplett zu stoppen.