Mexiko auf dem aufsteigenden Ast?

MEXICO CITY – Wenn man wissen will, wie der Durchschnittsamerikaner das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko sieht, genügt ein Blick in die von Kritikern allseits gelobte Fernsehserie Breaking Bad. Sie spielt in Albuquerque, New Mexico, nur ein paar hundert Meilen von der Grenze entfernt, und handelt von Aufstieg und Fall Walter Whites, einem Gymnasiallehrer für Chemie, der zum Methamphetamin-Tycoon wird.

Die meisten Figuren auf der US-Seite der Grenze werden mit Sympathie und Tiefe dargestellt. Der langsame Abstieg der Hauptfigur in die Drogenunterwelt vollzieht sich mit einer solchen Subtilität, dass jede einzelne Entscheidung, die er auf seinem Weg trifft, fast vernünftig erscheint.

Leider erhält die andere Seite der Grenze eine oberflächlichere Behandlung. In einer Szene schlachten zwei mexikanische Killer zwölf unschuldige Landsleute unbarmherzig ab, weil sie Zeuge ihrer Grenzüberschreitung geworden sind. In einer anderen Episode sieht man Mitglieder der mexikanischen Bundespolizei, die einen Drogenboss in seiner Hazienda überfallen – und dabei lediglich die Befehle eines rivalisierenden Drogenbosses ausführen.

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