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Chancen von Bankfusionen

BARCELONA – Es sind schwierige Zeiten für Geldhäuser. Anhaltende Niedrigzinsphasen, höhere Kosten für die Erfüllung regulatorischer Anforderungen und der Aufstieg neuer Wettbewerber, die Internet-Alternativen zu den klassischen Banken (kurz Fintech) anbieten, haben vor allem in Europa für Überkapazitäten und geringe Rentabilität gesorgt – und eine große Versuchung entstehen lassen zu fusionieren.

Fusionen in einem schwierigen Markt ergeben Sinn. Zusammenschlüsse ermöglichen es Banken die Kosten zu senken, IT-Plattformen gemeinsam zu nutzen und ihre Marktmacht auszubauen. Dadurch wird der Margendruck gesenkt und wieder Kapital aufgebaut. Und das wissen die Banken, was auch die jüngsten Fusionsgespräche zwischen Deutsche Bank und Commerzbank zeigen, die beide mit herben Verlusten ihres Börsenwertes zu kämpfen haben.

Demnach könnte eine Fusionswelle auf uns zukommen. Die Frage ist, ob diese Strategie tatsächlich die Probleme der Banken lösen kann und der Gesellschaft zugutekommt.

Bei Fusionen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions, M&A) geht es gewiss nicht immer darum, Schwierigkeiten zu entkommen. Tatsächlich hat es – sowohl in Bezug auf die Anzahl als auch das Transaktionsvolumen – bereits vor der globalen Finanzkrise 2008 zunehmend M&A-Aktivitäten gegeben, auch grenzübergreifend innerhalb und außerhalb der Eurozone. Nach einem Höhepunkt im Jahr 2007 gingen die Aktivitäten wieder zurück, da Umstrukturierungen im Inland Vorrang eingeräumt wurde, vor allem in Ländern wie Griechenland und Spanien, die schwierige Anpassungsprogramme umsetzen mussten.