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Amerikas Schritt in Richtung mehr Wachstum

CAMBRIDGE – Im vergangenen Dezember spekulierte ich, dass das BIP-Wachstum in den USA 2014 von der unterdurchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate der vergangenen vier Jahre von 2% auf etwa 3% ansteigen und sich damit die Wachstumsrate pro Kopf praktisch verdoppeln würde. Nun, da die US-Volkswirtschaft die Auswirkungen des schrecklichen Wetters während der ersten Monate des Jahres überwunden hat, scheint die Produktionsleistung Kurs auf ein gesundes Wachstumstempo zu nehmen.

Hauptsächlicher Treiber des diesjährigen höheren BIP-Wachstums ist der Anstieg des Vermögens der privaten Haushalte im Jahr 2013 um zehn Billionen Dollar. Laut Federal Reserve spiegelt er einen Wertzuwachs privater Immobilien um zwei Billionen Dollar und eine Zunahme des Wertes von Aktien- und Personengesellschaften und sonstigem Nettofinanzvermögen von acht Billionen Dollar wider. Wie der ehemalige Chairman der Fed Ben Bernanke erläuterte, als er den auch als quantitative Lockerung bezeichneten umfassenden Ankauf von Vermögenswerten einleitete, waren genau diese Vermögenszunahme und der daraus resultierende Anstieg der Konsumausgaben das angestrebte Ergebnis.

Frühere Erfahrungen legen nahe, dass jede Erhöhung des Vermögens der privaten Haushalte um 100 Dollar zu einem allmählichen Anstieg der Konsumausgaben führt, bis sich das Ausgabeniveau um etwa vier Dollar erhöht hat. Dies bedeutet, dass der Vermögenszuwachs von zehn Billionen Dollar das Jahresniveau der Konsumausgaben um rund 400 Milliarden Dollar oder etwa 2,5% vom BIP anheben dürfte. Selbst wenn weniger als die Hälfte dieser Zunahme auf das Jahr 2014 entfallen sollte, würde dies ausreichen, um die BIP-Gesamtwachstumsrate um einen Prozentpunkt in die Höhe zu schrauben.

Die Daten zeigen, dass der Konsum bereits deutlich zugelegt hat. Die realen privaten Konsumausgaben sind vom vierten Quartal 2013 zum ersten Quartal 2014 mit einer Rate von 3% gestiegen. Innerhalb des ersten Quartals beschleunigte sich die monatliche Zunahme der realen Konsumausgaben von nur 0,1% im Januar auf 0,4% im Februar und 0,7% im März. Damit liegt sie über dem 0,3%igen monatlichen Wachstum des realen verfügbaren Privateinkommens während dieses Zeitraums, was die Bedeutung des Vermögens als Ausgabetreiber deutlich macht.