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Die Neue Abnormalität der Weltwirtschaft

NEW YORK Seit Anfang des Jahres leidet die Weltwirtschaft unter einem erneuten Schub massiver Volatilität der Finanzmärkte, der von stark fallenden Preise für Aktien und andere riskante Anlagen geprägt ist. Dabei spielt eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle: Sorgen über eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft; Unruhe über die Möglichkeit, das Wachstum in den Vereinigten Staaten könne pünktlich zur Zinserhöhung der Fed schwächer werden; Angst vor einem eskalierenden Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran; und Zeichen erheblicher Schwäche der globalen Nachfrage – darunter vor allem die fallenden Öl- und Rohstoffpreise.

Und es gibt noch mehr Einflüsse: Die fallenden Ölpreise – gemeinsam mit Marktilliquidität sowie dem Anstieg der Verschuldung der Energieunternehmen in den USA und der Regierungen der ölexportierenden Länder – wecken die Angst vor ernsthaften Kreditereignissen (Insolvenzen) und einer systemischen Krise der Kreditmärkte. Und dann sind da noch die scheinbar endlosen Sorgen über Europa. Während rechte und linke populistische Parteien auf dem ganzen Kontinent an Zulauf gewinnen, wird ein britischer Austritt (Brexit) aus der Europäischen Union immer wahrscheinlicher.

Verstärkt werden diese Risiken noch durch einige mittelfristige Trends in Zusammenhang mit dem dauerhaft schwachen Wachstum. In der Tat wird die Weltwirtschaft auch im Jahr 2016 in Bezug auf die Produktion, die Wirtschaftspolitik, die Inflation und das Verhalten der Vermögenspreise und Finanzmärkte von einer Neuen Abnormalität bestimmt werden.

Was genau ist es aber, das die heutige globale Wirtschaft abnormal macht?