Maradona: Priester und Opfer eines dunklen argentinischen Rituals

Er steht an der Schwelle des Todes, klammert sich aber noch an sein Leben: Diego Maradona scheint dieser Tage gleichermaßen Priester wie Opfer eines tragischen argentinischen Rituals zu sein. Argentinier haben Erfahrung mit schwerem und langem Leid und wissen, wie man der Welt Helden wie Eva Perón und Ché Guevara erschafft. Der argentinische Fußballstar hat sich beinahe in diese erhabenen Höhen aufgeschwungen.

Evita und Ché waren über die Dauer ihres öffentlichen Aufstiegs ernsthafte Menschen. Sie widmeten sich hingebungsvoll enormen, gefährlichen und heldenhaften Taten. Sie kämpften, um die Welt zu verändern und trugen bereitwillig die Last von unzähligen Menschen auf ihren Schultern.

Beide verlangten ihrer schwachen Gesundheit zu viel ab. Ein früher Tod beendete ihr Leben. Politisches Scheitern brachte Ché ins Grab und Evitas Leben wurde durch Krankheit genommen; ein Umstand, der sie möglicherweise vor einer politischen Katastrophe bewahrte, wie sie einige Jahre später über ihren Mann hereinbrechen sollte.

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