Macron foreign policy Steffi Loos/Getty Images

Die Macron-Doktrin?

PARIS – Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin als ersten Auslandsgast empfangen, während US-Präsident Donald Trump am französischen Nationalfeiertag in Paris zu Gast sein wird. Indem er auf zwei internationale Staats- und Regierungschefs zugeht, die keinen Hehl aus ihrer Hoffnung gemacht haben, dass es ihm nicht gelingen würde, in den Élysée-Palast einzuziehen, hat Macron die Voraussetzungen für eine neue und ehrgeizige französische Außenpolitik geschaffen.

Macron signalisiert damit, dass er offen für neue Kompromissmöglichkeiten bleiben will – und das Gespräch mit allen suchen wird, die dazu bereit sind, allerdings ohne Meinungsverschiedenheiten unter den Teppich zu kehren. Er verfolgt eine Außenpolitik, die Frankreich wieder eine zentrale Position auf der Weltbühne verschaffen soll und zugleich ein klares Bekenntnis zu Europa ist.

Die Wirksamkeit seiner Außenpolitik wird von Macrons Fähigkeit abhängen, eine Trendwende in der französischen Wirtschaft herbeizuführen – das lehrt die Erfahrung seines Vorgängers François Hollande. Gerade weil es ihm aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche Frankreichs im eigenen Land an Glaubwürdigkeit mangelte, hat Hollande, abgesehen von einer militärischen Intervention gegen militante Islamisten in Mali, auf internationaler Ebene wenig erreicht.

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