Macron Ludovic Marin/Getty Images

Rechts, links und Macron

PARIS – Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der einst als Inbegriff eines Zentristen galt, wird in letzter Zeit als rechter Politiker eingestuft. Schließlich hat er die Vermögensteuer abgeschafft, höhere Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt eingeführt, das Wohngeld gekürzt und Bildungsreformen in weiterführenden Schulen durchgesetzt – eine Politik, die die Mehrheit rechtsgerichteter Wähler begrüßt. Doch so eindeutig ist die Sachlage nicht.

Die Spaltung zwischen rechts und links ist in Frankreich immer noch stark zu spüren. Die Rechte betont traditionell die Freiheit – den Abbau von Hindernissen, die den Einzelnen in seiner Schaffenskraft behindern. Die Linke konzentriert sich auf Gleichheit und somit auf eine Politik, die auf die Schaffung gleicher Bedingungen durch Umverteilung abzielt. Insbesondere in der Wirtschafts- und Sozialpolitik ist diese Kluft nach wie vor besonders ausgeprägt, obwohl sie sich auch auf andere Bereiche erstreckt, wie etwa auf die Bildungspolitik (beispielsweise breite Bildung versus frühe Spezialisierung). 

Doch in Wahrheit hat der grundsätzlich redistributive Charakter des französischen Staates die Kluft zwischen den beiden Seiten in den letzten Jahrzehnten erheblich verringert. Gleichzeitig sind allerdings die Divergenzen innerhalb der beiden Lager größer geworden, wodurch es deutlich schwieriger wird, die beiden entgegengesetzten Sichtweisen klar auseinanderzuhalten.

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