France's President Emmanuel Macron gestures as he arrives on the first day of a summit of EU leaders JOHN THYS/AFP/Getty Images

Macron nimmt die Europapolitik ins Visier

LONDON – Bevor am 23. März auf einem Markt in Südfrankreich ein Terroranschlag verübt wurde, hatte der französische Präsident Emmanuel Macron geplant, auf europäischer Ebene eine neue politische Kampagne zu starten. Auch wenn die offizielle Einführung nun verschoben wird, bleibt Macrons jüngstes Projekt für seine Präsidentschaft und seine Wahrnehmung der Macht von entscheidender Bedeutung.

Macrons „La Grande Marche pour l’Europe“ wird sich an seinem Programm ausrichten, mit dem er 2017 die dominanten politischen Parteien Frankreichs gestürzt und seine Bewegung La République En Marche! zu einem politischen Machtfaktor gemacht hatte. Innerhalb von sechs Wochen wird er zehn Minister und 200 Parlamentarier damit beauftragen, die Meinung der Franzosen über Europa und europäische Themen zu untersuchen. Die Ergebnisse werden dann in die Entwicklung einer Plattform einfließen, die 2019 bei den Wahlen zum Europäischen Parlament die populistischen und euroskeptischen Parteien schlagen soll.

Mit Ausnahme von Ungarn und Großbritannien hat Macron alle anderen EU-Mitgliedstaaten überredet, ähnliche öffentliche Untersuchungen durchzuführen. Er hofft, dass diese eine Grundlage für die EU-Reformen bilden können, die er letztes Jahr bei öffentlichen Auftritten in Athen und an der Sorbonne versprochen hat.

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