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Alpha, Beta und darüber hinaus

NEW YORK – Sogar in normalen Zeiten fällt es privaten und institutionellen Anlegern schwer, zu entscheiden, wo sie am besten investieren und in was. Sollte man eher in Industriestaaten oder eher in Schwellenländer investieren? Wie entscheidet man, sein Portfolio neu auszurichten, und auf welche Weise?

Diese Entscheidungen sind in nicht normalen Zeiten natürlich um so schwieriger, wenn große globale Veränderungen geschehen und Zentralbanken unkonventionelle Maßnahmen ergreifen. Aber ein neuer, preisgünstiger Ansatz verspricht, die Herausforderungen für Anleger in normalen und nicht so normalen Zeiten abzuschwächen.

In der Vermögensverwaltungsbranche gab es bisher zwei verschiedene Investitionsstrategien: aktiv und passiv. Zum passiven Ansatz gehören Investitionen in Aktienindizes, die bestimmte Benchmarks verfolgen, zum Beispiel den S&P 500 in den USA oder einen anderen Index aus einem Industrieland oder aus einem Schwellenland. Das bedeutet, dass man den Index des Marktes kauft.

Passivität ist ein preisgünstiger Ansatz - die Verfolgung einer Benchmark erfordert keine Arbeit. Aber der Ertrag ist begrenzt, da man nicht weiß, ob man Industrieländer oder Schwellenländer kaufen soll und welche Länder innerhalb welcher Gruppe besser dastehen werden als andere. Man investiert in einen Korb aller Länder oder bestimmter Regionen und was man erhält, ist der durchschnittliche Marktertrag, „Beta” im Fachjargon.